
8H2 besucht Literatur-Zeitzeugenlesung in der Stadtbücherei
Am 25.11.25 hatte die Klasse 8H2 gemeinsam mit einer Klasse der Hofheimer Elisabethenschule die Möglichkeit an einer Lesung in der Hofheimer Stadtbücherei teilzunehmen.
Die Ausschwitz-Überlebende Eva Szepesi, geborene Diamant, und die in Los Angelos lebende Mitautorin und Illustratorin Stefanie Lunkewitz stellten ihr gemeinsames Buch „Ich war Eva Diamant“ vor. Während die 93-jährige Eva Szepesi aus gesundheitlichen Gründen nur bei der anschließenden Abendveranstaltung in der Stadtbücherei anwesend sein konnte, las die in Deutschland geborene Stefanie Lunkewitz den Schülerinnen und Schülern das gesamte Buch mit der tragischen Lebensgeschichte von Eva Szepesi vor.Die Ungarin berichtet, wie ihre unbeschwerte Kindheit in Budapest durch den Einmarsch der Nationalsozialisten jäh zerstört wurde. Als einziges Mitglied ihrer Familie überlebte sie das Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau und erlebte, körperlich und seelisch schwer gezeichnet, die Befreiung durch die Rote Armee.
Die eindrucksvollen Illustrationen, die kind- und jugendgerechte Sprache sowie die persönliche Berichterstattung von Frau Lunkewitz mit Eva Szepsei in deren Frankfurter Wohnung, faszinierten die jungen Zuhörer. Alle Schülerinnen und Schüler lauschten in völliger Stille der bewegenden Biographie und spendeten im Abschluss lang anhaltenden Applaus. Zunächst zurückhaltend, bestürmten viele im Anschluss noch Frau Lunkewitz, um persönliche Fragen zu Frau Szepesi und die Entstehung des Buches zu stellen.
Zudem hatten jeweils drei Schüler aus beiden Schulen die Möglichkeit, persönliche Fragen an die Zeitzeugin zu stellen, indem sie aufgezeichnet und ihr am Abend zur Beantwortung vorgespielt wurden. Diese Konversation ist nun ab sofort im preisgekrönten Podcast-Format „Bücheralarm-Wissen #6 Starke Stimmen für die Demokratie“ zu hören, der auch im Unterricht thematisiert werden soll.
Zudem stellte Frau Lunkewitz allen Schülerinnen und Schülern in Aussicht, durch einen persönlichen Brief in Kontakt mit Frau Szepesi kommen zu können. Im Deutschunterricht wurden daraufhin sehr beeindruckende Briefe von der 8H2 verfasst und zur Weitergabe an die Stadtbücherei übermittelt.
Insgesamt wurde bei dieser Veranstaltung sehr deutlich, wie wichtig eine intensive Auseinandersetzung mit dem Thema Leben in der NS-Zeit ist und wie wichtig außerschulische Lernorte sein können. Die inhaltliche Vermittlung durch Zeitzeugen und der Besuch von Gedenkstätten ist emotional sehr bewegend und für Schülerinnen und Schülern bedeutsam. Dies trägt letztendlich zu mehr Toleranz und einem wichtigen Demokratieverständnis bei.
