Jung trifft Alt
Im Ethikunterricht beschäftigten wir uns mit den Themen Altern, Sterben und Tod. Damit diese Themen nicht nur Theorie bleiben, sondern auch im echten Leben greifbar werden, besuchten wir als Kurs von Frau Nasiri am Dienstag, den 28.10.25, das Martha-Else-Haus in Hofheim – ein Tag, den viele von uns so schnell nicht vergessen werden.
Bei unserer Ankunft wurden wir herzlich von Herrn Freitag, dem Einrichtungsleiter, empfangen. In einer Gesprächsrunde erzählte er uns offen und ehrlich vom Alltag im Seniorenheim, von organisatorischen Abläufen, aber auch von ganz besonderen Erlebnissen mit den Bewohnerinnen und Bewohnern. Wir durften viele Fragen stellen und hörten spannende, lustige, aber auch nachdenkliche Geschichten. Besonders im Gedächtnis blieb uns die Erzählung über einen Bewohner, der plötzlich verschwunden war und später völlig überraschend in Kanada wieder auftauchte. Viele von uns waren sprachlos.
Nach dem Gespräch wurden wir in zwei Gruppen aufgeteilt und bekamen eine Führung durch das Haus. Wir durften uns Zimmer, Küche, Lager und Essensbereiche anschauen und erhielten so einen echten Blick hinter die Kulissen des Altenheims. Ein absolutes Highlight war das Treffen mit der ältesten Bewohnerin des Hauses, die 102 Jahre alt ist. Sie erzählte uns von ihrem Leben, machte Witze und steckte uns mit ihrer Energie und Lebensfreude an.
Zum Abschluss verbrachten wir Zeit mit den Bewohnern, spielten Gesellschaftsspiele und führten persönliche Gespräche. Viele von uns merkten dabei, wie wichtig soziale Kontakte für ältere Menschen sind. Gleichzeitig war es traurig zu sehen, wie viele Senioren an Alzheimer leiden und welche Herausforderungen sie täglich bewältigen müssen. Trotzdem spürte man überall Wärme, Offenheit und große Freude über unseren Besuch.
Als kleine Geste überreichten wir den Bewohnern selbst gestaltete Lesezeichen, über die sich alle sehr freuten. Einige von uns waren so beeindruckt, dass sie sogar fragten, ob man dort ein Praktikum oder Minijob machen könne. Andere sagten, sie würden die Bewohner gerne regelmäßig besuchen, um Zeit mit ihnen zu verbringen.
Der Tag im Martha-Else-Haus hat uns tief berührt und wird für immer ein besonderes Erlebnis bleiben.

