Fachübergreifender Unterricht mit Spiel, Spaß und Spannung

„Hier und da liegt noch was!“ „Guckt mal, was wir alles gefunden haben!“ „Unser Eimer ist schon voll!“ Was zunächst für außenstehende Waldspaziergänger in Hofheim sehr ungewöhnlich klingt, hat bei genaueren Hinsehen einen tieferen Sinn. Nicht erst seit der Coronapandemie und den daraus resultierenden herausfordernden Unterrichtsrahmenbedingungen für die Schulen, Schülerinnen und Schülern und Lehrkräften sind die wachsenden Müllberge ein zunehmendes Problem für die Umwelt, Tierwelt und Gesellschaft. Nach aktuellen Daten des Umweltbundesamtes (UBA) werden im Schnitt 227,5 Kilogramm pro Kopf und Jahr an Müll verursacht. Ein neuer Rekord mit steigender Tendenz, der zumindest zum Nach- bzw. Mitdenken anregen dürfte. Im Jahr 2000 waren es 185,7 Kilogramm gewesen. Die Gründe hierfür sind so unterschiedlich wie der Müll, den man auf dem Boden findet: Ex-und-hopp-Kultur, mehr Essen und Trinken „to go“, aufwendigere Verpackungen, Boom des Onlinehandels. 

Angesichts des öffentlich geführten Diskurs rund um die Thematik, zum Beispiel durch die Fridays-for-Future- Bewegung, oder unter Berücksichtigung der verabschiedeten „Agenda 2030 für eine nachhaltige Entwicklung“ von den Vereinten Nationen (UN) wird sowohl die Bedeutung für einen „verantwortungsvollen Konsum“ als auch die damit verbundene Problematik für den regulären schulischen Kontext deutlich, der nach wie vor nicht an didaktischer und pädagogischer Relevanz verloren hat.

So kam es nun auch dazu, dass sich 23 Schülerinnen und Schüler einer achten Gymnasialklasse an der Gesamtschule Am Rosenberg dieser Aufgabe aktiv annahmen und einen klasseninternen „Cleanup Day“ eigenständig gestalteten. Mithilfe der exemplarischen Bedeutung, war es dem Initiator und Gymnasiallehrer Herrn Dr. Waschke vor allem wichtig die Schülerinnen und Schüler in ihrer Handlungskompetenz zu bestärken, indem sie die Problemstellung nachhaltiger Entwicklungen mit der individuellen Lebenssituation verknüpfen bzw. selbsttätige Erfahrungen sammeln konnten. Die Heranwachsenden konnten hier besonders auf ihre vertieften Fachkenntnisse aus dem Erdkundeunterricht zurückgreifen, in dessen Fokus das didaktisch-pädagogische Konzept „Bildung für eine nachhaltige Entwicklung“ (BNE) steht. Kumulativ bot die Thematik fachübergreifende Sinnstiftungen mit dem Fach Sport. Durch die kontinuierliche Bewegung bzw. ausdauernde Belastung in der freien Natur, konnten die Schülerinnen und Schüler innen ihre bereits zuvor erlernten Laufregeln anwenden.

Insgesamt gelang es den Schatzsuchenden mit ihren Greifzangen zügig ihre Mülleimer zu füllen und eine Gesamtstrecke von bis zu fünf Kilometer zurückzulegen. Zudem sorgte die eine oder andere skurrile Entdeckung sowie das eine oder andere Lächeln der Passanten bei allen Teilnehmenden ebenfalls für gute Laune. Der Mehrwert zeigte sich aber vor allem auch dadurch, dass die Schüler:innen in den darauffolgenden Tagen selbstständig nach Müll Ausschau hielten und weitere Schülerinnen und Schüler für die Thematik sensibilisierten.

 

(Text und Fotos: Gesamtschule Am Rosenberg)

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